2026
In Sebastian Fritzschs (*1977) Arbeiten verbindet sich ein forschender Blick mit einer sensiblen Konfrontation zwischen Erinnerungen, Wahrnehmung und inneren Bildwelten.
Zur Preview am 3. Mai ab 14 Uhr, in Anwesenheit des Künstlers, werden die Arbeiten der vorangegangenen Ausstellung an der Außenwand der FUHRWERKSWAAGE mit dem Fotokünstler Thomas Wrede abgenommen und die neue Serie Schwarz.01 von Sebastian Fritzsch vor Ort installiert; und erstmals in ein neues Medium überführt. Der Austausch wird damit selbst Teil der Ausstellung.
Die Serie Schwarz.01 entfaltet sich als Abfolge von neun aufeinander bezogenen Bildern. In ihrer linearen Setzung folgt sie einer sequenziellen Logik, die sich auch aus Fritzschs Arbeit als Filmregisseur herleitet. Malerei erscheint in diesem Zusammenhang nicht primär als autonomes Einzelbild, sondern als Bildfolge.
Die Arbeiten sind von Symbolen durchzogen, die archaisch anmuten und sich einer eindeutigen Referenz entziehen. Sie erscheinen als Elemente einer eigenen Zeichensprache, die sich als offenes Sprachsystem entfaltet. Die einzelnen Zeichen stehen für sich und treten zugleich in Beziehung zueinander. Bedeutung entsteht im Modus der Wiederholung, Variation und Korrespondenz, weniger als feste Zuschreibung denn als bewegliche Ordnung.
Die Motive tragen den Charakter des Beobachteten und Gesammelten, ohne sich eindeutig verorten zu lassen. Als Sammlung entfalten sie ein Gefüge, das zwischen organischer Anmutung und abstrakter Setzung oszilliert und eine visuelle Ordnung formuliert, die sich nicht abschließt.
Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Edition, die vor Ort erhältlich ist.
Weiss war der Schnee
Gletscher stehen seit mehr als 10 Jahren im Fokus des Künstlers Thomas Wrede. Sein Interesse an diesen in Schichten komprimierten Scheeablagerungen, deren Sohle meist mehr als 800 Jahre alt ist, entspringt der langfristigen Beobachtung des Rhone-Gletschers und seinem fortschreitenden Rückzug.
Zur Erinnerung: Als Sean Connery / James Bond 1964 in seinem legendären Aston Martin im Film Goldfinger das am Furkapass gelegene Hotel Belvedere passiert, erkennt man den Gletscher noch deutlich im Hintergrund. Heute existiert dort nur noch das einstige Bett des Gletschers, eine tiefe felsige Schlucht. Das Eis hat sich seither um mehrere hundert Meter zurückgezogen.
Seit mehr als 150 Jahren existiert an anderer Stelle eine Grotte, die ein Betreten des Gletscherinnern ermöglicht. Allerdings muss sie jedes Jahr erneuert werden, ein Gletscher ‘lebt‘ eben, er bewegt sich. Um diese Eisgrotte zu erhalten wurden vor einigen Jahren hunderte Quadratmeter weißer Tücher darüber ausgebreitet - gegen die Sonneneinstrahlung. Inzwischen sind sie sehr verschmutzt (teilweise grau wie der staubbeladene Schnee), zum Teil wurden sie vom Wind verweht. Final sind sie also ihrer eigentlichen Wirkung beraubt.
Gleichwohl versteht Thomas Wrede es, mit seinen Fotografien in diesen nutzlosen textilen Hinterlassenschaften eine ästhetische Qualität zu entdecken, bzw. eine solche zu generieren. Bildnerische Faszination vs ökologischer Resignation.
Weiss war der Schnee ist ein Langzeitprojekt des Künstlers Thomas Wrede, angesiedelt zwischen faszinierenden Naturaufnahmen, mitunter wuchtigen Landschaftsbildern und einer Dokumentation hilfloser Versuche des Menschen Unabwendbares abzuwehren.
Die Vereinten Nationen riefen in 2025 erstmals einen Welttag der Gletscher aus - den 21. März.
Die FUHRWERKSWAAGE nimmt dies zum Anlass, die Ausstellung mit dem Panoramafoto des Rhone-Gletschers an der MOUNTAINVIEW-Gallery auf dieses Datum zu legen. Zusätzlich wird eine zugehörige Ausstellung in der Ausstellungshalle am Vorabend, dem 20.3. um 18:00 eröffnet.
Es sprechen:
Thomas Wrede - Künstler
Dr. André Baumeister - Geowissenschaftler
Weitere Öffnungszeiten sind:
Sa. 21. und So. 22 März sowie Sa. 28. und So. 29. März
jeweils 14:00 bis 18:00 Uhr
Die Ausstellung wird gefördert durch:
SANTIAGO The Strategy and Structure Advisors
Claudia Robles-Angel
Eröffnung und Performance:
Freitag, 16. Januar 2026 19 - 22 Uhr
Konzpet und Künstlerische Leitung: Claudia Robles-Angel
Mitwirkende:
Dirk Rothbrust: Perkussion
Rie Watanabe: Perkussion
Claudia Robles-Angel: Musikalische Komposition / Live-Elektronik
Projekt-Beteilige:
Andreas Gernemann-Paulsen: Physical Computing & technische Beratung
Julius Walsch (Artefakta Soundsystems): Ko-Entwicklung, Konstruktion und Fertigung KLangobjekte
Gefördert von
Wir trauern um unseren Ehrenvorsitzenden und langjährigen ehemaligen Vorsitzenden des Fördervereins Kunstraum Fuhrwerkswaage e.V., Gerhart R. Baum
Gerhart Rudolf Baum wurde im Juni 1995 zum Vorsitzenden des Förderverein gewählt. Bis Ende 2021, also über 26 Jahre, leitete er verantwortlich die Geschicke des Trägervereins der Institution FUHRWERKSWAAGE. Unserem Wunsch, ihn zum Ehrenvorsitzenden wählen zu dürfen, entsprach er sehr gerne. Wir sind ihm unendlich dankbar für sein langes und erfolgreiches Wirken für die FUHRWERKSWAAGE, zu deren Erfolg er maßgeblich mit beigetragen hat.
