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2026

Der Wackelkontakt als Störung während der Kontaktaufnahme zwischen zwei Dingen: Etwas, das fließen soll, gerät ins Stocken und verursacht dabei unangenehm rauschhaftes Signal. Kleinste, ja fast belanglose „Wackler“ können dabei ein ganzes System aushebeln oder es erst aktivieren. „Kontakte“ ist gleichzeitig jenes Werk, das den Komponisten Karlheinz Stockhausen unvergessen macht, so dass er sich aufdrängt, wann immer wir uns mit akustischer Kunst beschäftigen. Mit den Mitteln der Klangkunst wollen wir Verbindungspunkte suchen, aufzeigen, stören. Der Wackelkontakt wird zur Metapher: Altes, Neues und ihre möglichen Berührungspunkte müssen ausgelotet werden. In einer Gruppenausstellung sollen dafür erkaltete Lötstellen erhitzt, Klang & Krach entfesselt werden. Ausgehend von dieser technischen Metapher entwickelt das Projekt WACKELKONTAKTE ein künstlerisches und soziales Versuchsfeld, in dem Prozesse des Verbindens, Unterbrechens und Neu-Knüpfens von Beziehungen hör- und erfahrbar gemacht werden. Der Begriff „Kontakt“ verweist dabei nicht nur auf akustische oder elektronische Verbindungen, sondern auch auf zwischenmenschliche, gesellschaftliche und politische Dimensionen: auf misslingende Kommunikation, fragile Zugehörigkeiten und die Suche nach Resonanz in einer zunehmend fragmentierten Gegenwart.

Im Zentrum des Projekts steht eine kollektive, prozesshafte Klangproduktion, die sich bewusst von der Vorstellung eines abgeschlossenen Werkes entfernt. WACKELKONTAKTE begreift künstlerische Praxis als offenen Aushandlungsraum. Anstelle einer klaren Trennung zwischen Produzierenden und Rezipierenden entsteht ein dynamisches Gefüge, in dem Besucher*innen, Anwohner*innen und eingeladene Künstler*innen gleichermaßen am Entstehungsprozess beteiligt sind: Die Eröffnung soll über einen ganzen Tag stattfinden und aus Workshops, Vorträgen von zwei Musikwissenschaftlern, Performativen Beiträgen, einem Audiowalk durch die Nachbarschaft sowie einem Mal- und Basteltisch für Kinder bestehen.

Darüber hinaus sind verschiedene künstlerische Positionen als partizipative Beiträge angedacht. Bei diesen handelt es sich um Kartenspiele die Terminologien aus der Klangkunst verständlich vermitteln sollen, oder “wacklende” Objekte aus Agar-Agar bestehen und zum Verzehr angeboten werden.

Das Projekt wird gefördert durch:

Kunststiftung NRW

Kunstsalon Stiftung

RheinEnergieStiftung Kultur

Fuhrwerkswaage

Eröffnung: 5.7.2026

Carpoolers . Alejandro Cartagena

3.7. - 31.8.2026

In seiner der Heimatstadt Monterrey (Mexiko) dokumentierte der Fotograf Alejandro Cartagena von einer Brücke herab den täglichen Transport von Arbeitern zu ihren Baustellen. Diese Art des Personentransports - auf den Ladeflächen von Pick Ups - mitunter zwischen Materialien, Werkzeugen und Maschinen - ist dort sehr verbreitet. 

Von den in 2011 entstandenen mehr als 100 Motiven werden hier exemplarisch neun beispielhaft vorgestellt. Die Serie Carpoolers ist inzwischen international sehr bekannt - und auch in verschie­denen Sammlungen vertreten (z.B. Deutsche Börse Photography Foundation).

3.7. - 1.9.2026                          

 

In his hometown of Monterrey (Mexico), photographer Alejandro Cartagena documented, from a bridge, the daily transport of workers to their building sites. This method of transporting people – on the lorries of pick-up trucks, sometimes amongst materials, tools and machinery – is very common there.

Of the more than 100 images taken in 2011, nine are presented here as examples. The series *Carpoolers* has since become very well known internationally – and is also represented in various collections (e.g. the Deutsche Börse Photography Foundation).

3 July – 1 September 2026                         

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Zitat: „Cartagena interessiert sich für die „Auswirkungen der Zersiedelung auf das Bevölkerungswachstum und die Umwelt in seiner Heimatstadt“ Monterrey in Mexiko.

Auch sein Großvater war einer der Menschen, die auf diese Art morgens zur Arbeit und abends wieder zurückkamen. 

 

Quote: “Cartagena is interested in the ‘effects of urban sprawl on population growth and the environment in his home town’ of Monterrey in Mexico.

His grandfather, too, was one of those people who used to travel to work in this way in the mornings and return home in the evenings.”

 

FLOW..Rebecca Racine Ramershoven

31.5. - 30.6.2026

 

In Sebastian Fritzschs (*1977) Arbeiten verbindet sich ein forschender Blick mit einer sensiblen Konfrontation zwischen Erinnerungen, Wahrnehmung und inneren Bildwelten.

Zur Preview am 3. Mai ab 14 Uhr, in Anwesenheit des Künstlers, werden die Arbeiten der vorangegangenen Ausstellung an der Außenwand der FUHRWERKSWAAGE mit dem Fotokünstler Thomas Wrede abgenommen und die neue Serie Schwarz.01 von Sebastian Fritzsch vor Ort installiert; und erstmals in ein neues Medium überführt. Der Austausch wird damit selbst Teil der Ausstellung.

Die Serie Schwarz.01 entfaltet sich als Abfolge von neun aufeinander bezogenen Bildern. In ihrer linearen Setzung folgt sie einer sequenziellen Logik, die sich auch aus Fritzschs Arbeit als Filmregisseur herleitet. Malerei erscheint in diesem Zusammenhang nicht primär als autonomes Einzelbild, sondern als Bildfolge.

Die Arbeiten sind von Symbolen durchzogen, die archaisch anmuten und sich einer eindeutigen Referenz entziehen. Sie erscheinen als Elemente einer eigenen Zeichensprache, die sich als offenes Sprachsystem entfaltet. Die einzelnen Zeichen stehen für sich und treten zugleich in Beziehung zueinander. Bedeutung entsteht im Modus der Wiederholung, Variation und Korrespondenz, weniger als feste Zuschreibung denn als bewegliche Ordnung.

Die Motive tragen den Charakter des Beobachteten und Gesammelten, ohne sich eindeutig verorten zu lassen. Als Sammlung entfalten sie ein Gefüge, das zwischen organischer Anmutung und abstrakter Setzung oszilliert und eine visuelle Ordnung formuliert, die sich nicht abschließt.

Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Edition, die vor Ort erhältlich ist.

 

 

 

Weiss war der Schnee

Gletscher stehen seit mehr als 10 Jahren im Fokus des Künstlers Thomas Wrede. Sein Interesse an diesen in Schichten komprimierten Scheeablagerungen, deren Sohle meist mehr als 800 Jahre alt ist, entspringt der langfristigen Beobachtung des Rhone-Gletschers und seinem fortschreitenden Rückzug.

Zur Erinnerung: Als Sean Connery / James Bond 1964 in seinem legendären Aston Martin im Film Goldfinger das am Furkapass gelegene Hotel Belvedere passiert, erkennt man den Gletscher noch deutlich im Hintergrund. Heute existiert dort nur noch das einstige Bett des Gletschers, eine tiefe felsige Schlucht. Das Eis hat sich seither um mehrere hundert Meter zurückgezogen.

Seit mehr als 150 Jahren existiert an anderer Stelle eine Grotte, die ein Betreten des Gletscherinnern ermöglicht. Allerdings muss sie jedes Jahr erneuert werden, ein Gletscher ‘lebt‘ eben, er bewegt sich. Um diese Eisgrotte zu erhalten wurden vor einigen Jahren hunderte Quadratmeter weißer Tücher darüber ausgebreitet - gegen die Sonneneinstrahlung. Inzwischen sind sie sehr verschmutzt (teilweise grau wie der staubbeladene Schnee), zum Teil wurden sie vom Wind verweht. Final sind sie also ihrer eigentlichen Wirkung beraubt.

Gleichwohl versteht Thomas Wrede es, mit seinen Fotografien in diesen nutzlosen textilen Hinterlassenschaften eine ästhetische Qualität zu entdecken, bzw. eine solche zu generieren. Bildnerische Faszination vs ökologischer Resignation. 

Weiss war der Schnee ist ein Langzeitprojekt des Künstlers Thomas Wrede, angesiedelt zwischen faszinierenden Naturaufnahmen, mitunter wuchtigen Landschaftsbildern und einer Dokumentation hilfloser Versuche des Menschen Unabwendbares abzuwehren.

 

Die Vereinten Nationen riefen in 2025 erstmals einen Welttag der Gletscher aus - den 21. März.

Die FUHRWERKSWAAGE nimmt dies zum Anlass, die Ausstellung mit dem Panoramafoto des Rhone-Gletschers an der MOUNTAINVIEW-Gallery auf dieses Datum zu legen. Zusätzlich wird eine zugehörige Ausstellung in der Ausstellungshalle am Vorabend, dem 20.3. um 18:00 eröffnet.

Es sprechen:

Thomas Wrede - Künstler

Dr. André Baumeister - Geowissenschaftler

Weitere Öffnungszeiten sind:

Sa. 21. und So. 22 März sowie Sa. 28. und So. 29. März

jeweils 14:00 bis 18:00 Uhr

 

Die Ausstellung wird gefördert durch:

SANTIAGO The Strategy and Structure Advisors

Claudia Robles-Angel

Eröffnung und Performance:

Freitag, 16. Januar 2026 19 - 22 Uhr

 

Konzpet und Künstlerische Leitung: Claudia Robles-Angel

Mitwirkende: 

Dirk Rothbrust: Perkussion

Rie Watanabe: Perkussion

Claudia Robles-Angel: Musikalische Komposition / Live-Elektronik

 

Projekt-Beteilige:

Andreas Gernemann-Paulsen: Physical Computing & technische Beratung

Julius Walsch (Artefakta Soundsystems): Ko-Entwicklung, Konstruktion und Fertigung KLangobjekte

Gefördert von

Wir trauern um unseren Ehrenvorsitzenden und langjährigen ehemaligen Vorsitzenden des Fördervereins Kunstraum Fuhrwerkswaage e.V., Gerhart R. Baum

Gerhart Rudolf Baum wurde im Juni 1995 zum Vorsitzenden des Förderverein gewählt. Bis Ende 2021, also über 26 Jahre, leitete er verantwortlich die Geschicke des Trägervereins der Institution FUHRWERKSWAAGE. Unserem Wunsch, ihn zum Ehrenvorsitzenden wählen zu dürfen, entsprach er sehr gerne. Wir sind ihm unendlich dankbar für sein langes und erfolgreiches Wirken für die FUHRWERKSWAAGE, zu deren Erfolg er maßgeblich mit beigetragen hat.